Erkennen von Prostataveränderungen – ein MRT kann weiterhelfen

Erkennen von Prostataveränderungen – ein MRT kann weiterhelfen

Erkennen von Prostataveränderungen – ein MRT kann weiterhelfen

Prostatakrebs ist mit Abstand der häufigste bösartige Tumor des Mannes, jedoch führt er verglichen mit dem Auftreten in weit weniger Fällen zum Tode. Bei fast jedem zweiten Mann lässt sich bei steigendem Alter Prostatakarzinomgewebe nachweisen. Daher ist es wichtig, die klinisch bedeutsamen Prostatakarzinome zu entdecken. Gegenwärtig sind mehrere Untersuchungsverfahren indiziert.
So ist ein Anstieg des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches Antigen) ein erster Hinweis auf eine Veränderung der Prostata. Der PSA-Wert selbst gibt keine Auskunft über die Art der Veränderung in der Prostata, da der Wert sowohl bei gutartigen als auch bei bösartigen Veränderungen ansteigen kann.
Mittels Ultraschall oder Biopsie lassen sich weitere Hinweise auf die Ursache der Veränderung des PSA-Wertes ermitteln.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata hat sich in den letzten Jahren als treffsicheres, bildgebendes Verfahren zur Karzinomdiagnostik der Prostata entwickelt. Dabei ist die Prostata-MRT nicht-invasiv, schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung für den Körper. Eine MRT liefert mehrere voneinander unabhängige Parameter zur Beurteilung der Prostata. Daher wird sie auch als multiparametrische MRT bezeichnet.
Als eine gutartige Erkrankung gilt die altersbedingte Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie) oder eine Prostataentzündung. Prostatakrebs dagegen ist eine bösartige Erkrankung.
Wann kann/sollte eine MRT-Untersuchung der Prostata durchgeführt werden:

1. wenn der PSA-Wert erhöht, ansteigend oder schwankend ist.
2. bei Prostatavergrößerung. Diese kann sich auch über einen erhöhten PSA-Wert bemerkbar machen. Dabei ist eine zusätzliche bösartige
Prostataerkrankung nicht ausgeschlossen.
3. wenn eine Stanzbiopsie kein Ergebnis geliefert hat. Sollte bei einer systematischen Biopsie (wenn der PSA-Wert erhöht ist oder bei positivem Tastbefund) kein Tumor und keine Entzündung gefunden werden, kann es sein, dass das bösartige Areal nicht getroffen
wurde. Die MRT der Prostata kann helfen, die verdächtige Stelle ausfindig zu machen, um gezielt Gewebeproben zu entnehmen.
4. vor einer Stanzbiopsie, um die krankhaften Veränderungen in der Prostata mittels hochaufgelösten MRT-Bildern zu lokalisieren und anschließend gezielt Gewebeproben zu entnehmen.
5. wenn ein Prostatakarzinom festgestellt wurde. Durch die hochauflösende MRT können Größe und Ausdehnung bestimmt werden; zusätzliche Aufnahmen können verdächtige Lymphknoten oder Knochenareale identifizieren.
6. bei der Überwachung eines Niedrigrisiko-Prostatakarzinoms.

Nicht alle Patienten mit einem lokal begrenzten Niedrigrisiko-Prostatakarzinom bedürfen zwingend einer radikalen Therapie. Teilweise
können sie aktiv überwacht werden. Dabei kann die MRT der Prostata helfen, eine eventuelle Tumorprogression zu entdecken.
Im Förde-Radiologicum ist an den Standorten Lubinus und Preetz die Technik vorhanden, solche multiparametrische MRT-Untersuchungen in der Außenzone durchzuführen.