Klippen zu umsegeln, ist nicht einfach

Klippen zu umsegeln, ist nicht einfach

Das Förde-Radiologicum unterstütz die Segel-Athleten Justus Schmidt und Max Boehme bei ihren Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Im August 2018 haben sie an der Weltmeisterschaft im dänischen Aarhus teilgenommen, was in vielerlei Hinsicht der Höhepunkt der Saison 2018 war. Nach einem holprigen Auftakt des Teams Schmidt/Boehme fanden sie schließlich ihren Rhythmus. Der Sprung in die Top Ten sollte allerdings am Ende leider nicht gelingen. Das Nationenticket für die Olympischen Spiele wurde von den beiden anderen deutschen Crews sichergestellt.

Die Weltmeisterschaft ist besonders, weil sie für alle olympische Bootsklassen gleichzeitig stattfindet und somit über 1000 Segler zur selben Zeit ihre Weltmeisterschaft am selben Ort austragen. Das Wichtigste ist, dass dort zum ersten Mal die Nationenstartplätze vergeben werden, die eine notwendige Bedingung darstellen, damit man sich innerhalb seines Landes überhaupt für die Olympischen Spiele qualifizieren kann. Insgesamt werden im 49er genau 20 Nationenstartplätze vergeben werden und 8 dieser Plätze gab es bereits in Aarhus.
War man am Ende der Regatta also unter den 8 besten Nationen, ersegelte man seinem Land damit das Recht, Athleten in dieser Klasse zu den Spielen schicken zu können. Das ist allerdings nicht mit einer Qualifikation selbst zu verwechseln, sondern nur der erste Meilenstein auf dem Weg dorthin.

Schmidt/Boehme nach ihren Eindrücken:
Nach der längeren, studienbedingten Pause war für uns der Weg zur WM vor Aarhus geprägt von intensiven Trainings und der Europameisterschaft als erste Standortbestimmung, um uns in der Kürze der Zeit wieder auf das Leistungsniveau vor der Pause zurückzubringen. Der 6. Platz vor Gyndia bei der Europameisterschaft zeigte, dass wir den Anschluss an die Top Ten noch nicht verloren hatten und wir uns weiter in diesem Niveau behaupten können. Das vorher gesteckte Ziel auch bei der WM unter die besten Zehn zu fahren, war also weiter ein realistisches Szenario. Als wir weitere drei Wochen Training nach der EM auf dem WM Revier absolviert hatten, stand schließlich der Start der WM vor der Tür. Wir waren gerüstet, das Material war gewählt und im besten Zustand.

Am ersten Tag der WM waren wir mit typischen, drehenden Winden, wie wir sie von dort kennen konfrontiert, und doch ist es uns nicht gelungen den Wind strategisch korrekt zu interpretieren und für uns zu nutzen. Mit schlechten Starts machten wir uns das Leben zusätzlich schwer. So fanden wir uns am Ende des Tages in keinem der drei Rennen unter den ersten 10 Booten wieder und hatten damit
eine Menge unnötiger Punkte auf dem Konto, die uns die Regatta über bis zum Ende ein großes Laster waren. Mit einem Gesamtrang 60 nach dem ersten Tag war damit innerhalb kurzer Zeit das Top Ten Ziel bereits in weite Ferne gerückt.

Es hatte damit eine nervenaufreibende Aufholjagt begonnen. Tatsächlich ist es uns nach dem ersten Tag gelungen aus gemachten Fehlern zu
lernen und am darauffolgenden Tag eine solidere Leistung abzurufen, die uns schon näher in den Bereich des ersten Drittels der Flotte beförderte. Am letzten Tag des Qualifyings hatten widrige Bedingungen nur ein einziges Rennen zugelassen. Eine Position im Goldfleet hing also am Ende einzig und allein von diesem Rennen ab. Mit einem vierten Platz in diesem Rennen war der Sprung in das erste Drittel
haarscharf gemacht. Wir konnten so im Rahmen der ersten 30 Boote weiter um einen Platz der vorderen Ränge kämpfen. Schwer zu schaffen machten uns allerdings nach wie vor die vielen, unnötigen Punkte des ersten Tages. Trotz einer konstanten Serie im Goldfleet blieb uns eine Position in den erzielten Top Ten verwehrt. Am Ende trennten uns nur 3 Punkte vom Medalrace, dem Rennen der ersten zehn.

Auch wenn wir mit einem 12. Platz an unserem gesteckten Ziel vorbeigesegelt sind, stecken wir den Kopf nicht in den Sand, sondern werden aus gemachten Fehlern lernen und stärker in die kommende Saison starten. Der Winter sieht für uns ein spannendes Trainingsprogramm vor und der Weg bis zu den Spielen 2020 ist noch lang.